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Sonntag, 30 November 2025 01:09

MedInUnity: Für eine gerechtere Gesundheitsversorgung

Von María Andrea Múñoz / Übersetzung: Franz Klika
Von links nach rechts: Sibel Ada, Michelle Nägeli, Claudia Espinoza, Mireille Ngosso und Karin Kapatais bei der Präsentation von MedInUnity in der Urania am 10. Oktober. Foto: Cortesía MedInUnity

MedInUnity ist ein neu gegründeter Verein von Wissenschaftlerinnen, Ärztinnen und Aktivistinnen, der strukturelle Ungleichheiten im österreichischen Gesundheitssystem sichtbar machen und bekämpfen will. Mitgründerin Claudia Margarita Espinoza Martínez erklärt Hintergrund, Ziele und Vision.

Über Claudia Margarita Espinoza Martínez

Ich komme aus Chile, habe Kinesiologie und Neurowissenschaften studiert und bin für mein Doktorat an das ISTA nach Österreich gezogen. Parallel engagiere ich mich seit Jahren in feministischen Gruppen in Wien.

Wie MedInUnity entstand

Die Idee entwickelte sich aus Gesprächen zwischen Sibel Ada und mir: Wir sahen die Notwendigkeit für zugängliche Ressourcen zu Gesundheit aus intersektionaler Sicht. Als Mireille Ngosso eine ähnliche Idee einbrachte, schlossen wir uns zusammen. Heute besteht das Gründungsteam aus fünf Personen.

Meine Rolle im Verein

Wir arbeiten ohne Hierarchien, dennoch habe ich klare Aufgaben: strategische Planung, Buchhaltung, digitale Kommunikation und Fundraising.

Unsere Mission

MedInUnity möchte Bewusstsein für intersektionale Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung schaffen – insbesondere für Frauen und Personen, die sich als Frauen identifizieren, inklusive TGNC-Personen. Wir setzen auf Bildung: Workshops für Gesundheits­personal, Kurse für Frauen sowie leicht zugängliche Inhalte über Social Media, Website und eine geplante Datenbank.

Warum Intersektionalität zentral ist

Daten zeigen klar, dass sich Geschlecht, Herkunft, Klasse, sexuelle Identität und Migration überlagern und die Behandlung beeinflussen. Frauen erhalten oft später oder weniger angemessene Diagnosen und Therapien, und für rassifizierte Migrant:innen kommt erschwerender Zugang oder Misstrauen hinzu. Je mehr Diskriminierungsformen zusammenkommen, desto größer sind die gesundheitlichen Nachteile. Deshalb braucht es geschultes Personal, überprüfte Leitlinien und strukturelle Veränderungen.

Ziele von MedInUnity

Mittelfristig wollen wir eine öffentlich zugängliche Datenbank sowie ein Fortbildungsprogramm mit Expert*innen aufbauen. Langfristig möchten wir zu einer nationalen und europäischen Referenz im Bereich intersektionale Gesundheit werden, und sichere Gesundheitsräume für Frauen und betroffene Gruppen schaffen.

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Verein MedInUnity
1070 Wien, Schottenfeldgasse 72
office@medinunity.at 
medinunity.at 

Letzte Änderung am Donnerstag, 04 Dezember 2025 01:19
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