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Dienstag, 14 April 2026 00:29

UN-Tag der chinesischen Sprache 2026 in Wien mit Ausstellung des Palastmuseums Peking

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S.E. Botschafter Li Song eröffnete den UN Chinese Language Day 2026 mit Worten, die das Engagement für Multilateralismus, globale Entwicklung und internationale Zusammenarbeit bekräftigten. Foto: CulturaLatina

In der UNO-City, im Vienna International Centre (VIC) findet derzeit der UN Chinese Language Day 2026 statt, der die Ausstellung „World of Harmony: Encountering the Palace Museum in VIC“ umfasst. Zur Eröffnung, am Montag, dem 13. April, kamen Diplomaten, internationale Vertreterinnen und Vertreter sowie Kulturschaffende zusammen, um die chinesische Sprache und ihr kulturelles Erbe zu würdigen.

In seiner Eröffnungsrede betonte S.E. Botschafter Li Song, Ständiger Vertreter Chinas bei den Vereinten Nationen in Wien, die kulturelle Bedeutung des Palastmuseums in Peking und unterstrich Chinas Engagement für Multilateralismus, globale Entwicklung und internationale Zusammenarbeit.

Die Ausstellung zeigt Reproduktionen nationaler Kulturschätze, darunter klassische Werke der chinesischen Kalligrafie wie Mid-Autumn Manuscript und Letter to Boyang, die Meistern der Östlichen Jin-Dynastie zugeschrieben werden. Diese Werke spiegeln den künstlerischen Reichtum und die historische Tiefe der chinesischen Schriftkultur wider.

Auch hochrangige Vertreter internationaler Organisationen kamen zu Wort.
Liu Hua (IAEA) hob die Rolle von Nuklearwissenschaft und -technologie bei der zerstörungsfreien Analyse kultureller Objekte hervor, die es ermöglicht, deren Zusammensetzung zu untersuchen, ohne sie zu beschädigen, und so zur Bewahrung des kulturellen Erbes für zukünftige Generationen beiträgt.

2026 UN Chinese Language Day. Foto: CulturaLatina
Liu Hua (Internationale Atomenergie-Organisation, IAEA)  Foto: CulturaLatina
2026 UN Chinese Language Day. Foto: CulturaLatina
Günther Beger, von der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO). Foto: CulturaLatina
2026 UN Chinese Language Day. Foto: CulturaLatina
Bo Mathiasen, von der Organisation der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC). Foto: CulturaLatina
2026 UN Chinese Language Day. Foto: CulturaLatina
Pedro Pehna Brasil, von der Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO). Foto: CulturaLatina
2026 UN Chinese Language Day. Foto: CulturaLatina
Su Yi, stellvertretende Direktorin des Palastmuseums, präsentierte die digitalen und kuratorischen Ansätze zur Vermittlung des kulturellen Erbes.
Foto: CulturaLatina

Günther Beger (UNIDO) verwies auf die zentrale Rolle von Innovation, sauberer Energie und internationaler Zusammenarbeit im Kontext einer inklusiven und nachhaltigen industriellen Entwicklung.

Bo Mathiasen (UNODC) stellte den Wert von Kultur und Sprache als verbindende Elemente zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie die Rolle des Chinesischen als Amtssprache der Vereinten Nationen für Multilateralismus und globales Verständnis heraus.

Pedro Pehna Brasil (CTBTO) stellte fest, dass Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt eine zentrale Grundlage des internationalen Dialogs bilden und dass Harmonie nicht Gleichförmigkeit bedeutet, sondern auf Respekt und Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Kulturen beruht.

Palastmuseum in Peking

Nach dem Eröffnungssegment hielt Su Yi, stellvertretende Direktorin des Palastmuseums in Peking, eine Konferenz (siehe vollständigen Artikel), in der sie die Bemühungen der Institution zur Bewahrung und Vermittlung ihres kulturellen Erbes vorstellte.

Das Museum wurde 1925 innerhalb der Verbotenen Stadt gegründet und bewahrt heute mehr als 1,95 Millionen Kulturgüter. Es gilt als der größte und am besten erhaltene historische Palastkomplex der Welt.

Su Yi hob die zunehmende Bedeutung digitaler Technologien, darunter 3D-Scanning, virtuelle Rekonstruktionen und digitale Ausstellungen, für die Bewahrung und weltweite Vermittlung kulturellen Erbes hervor. Die Ausstellung in Wien spiegelt diesen Ansatz wider, indem sie digitale Installationen, kulturelle Produkte und Bildungsangebote miteinander verbindet.

Das diesjährige Thema „World of Harmony“ knüpft an die traditionelle chinesische Philosophie an und fördert Werte wie Koexistenz, gegenseitigen Respekt und kulturellen Austausch in einem sich wandelnden globalen Kontext.

2026 UN Chinese Language Day. Foto: CulturaLatina
Musikalische Darbietung zu „The Sounds of the Forbidden City“ – eine eindrucksvolle Reise durch Klang und Geschichte der Verbotenen Stadt.
Foto: CulturaLatina
2026 UN Chinese Language Day. Foto: CulturaLatina
v. l. n. r.: Padraig Lysaght, Direktor des Konfuzius-Instituts an der Universität Wien; Maria Taramona, Chefredakteurin des Magazins CulturaLatina Österreich; Hermann Kroiher, Generalsekretär von UNCAV; Yu Kushin, Moderatorin und Dolmetscherin der Veranstaltung; Olivier Boulenguez, Präsident der Pariser Sektion der IPA (International Police Association).
Foto: CulturaLatina
2026 UN Chinese Language Day. Foto: CulturaLatina
Bambus steht in der chinesischen Kultur für Resilienz, Gleichgewicht und Harmonie. Foto: CulturaLatina
2026 UN Chinese Language Day. Foto: CulturaLatina
Diese Figuren zierten die Dächer der Verbotenen Stadt und fungierten als symbolische Wächter, die den Palast schützten und Stärke, Gerechtigkeit und Harmonie verkörperten.
Foto: CulturaLatina

Die Veranstaltung fällt zudem mit dem 55. Jahrestag der diplomatischen Beziehungen zwischen China und Österreich zusammen und unterstreicht die kulturellen Verbindungen zwischen beiden Ländern.

Die Eröffnung wurde durch eine musikalische Darbietung mit dem Titel „The Sounds of the Forbidden City“ ergänzt, inspiriert von traditionellen Instrumenten wie den antiken Bronzeglocken (Bianzhong), und bot ein immersives kulturelles Erlebnis.

Die Ausstellung ist vom 13. bis 17. April 2026 im Vienna International Centre für die Öffentlichkeit zugänglich.

 

Letzte Änderung am Dienstag, 14 April 2026 01:45
Maria Taramona

María Elena Taramona de Rodríguez ist Journalistin, Grafikdesignerin sowie Chefredakteurin und Herausgeberin des zweisprachigen Magazins CulturaLatina & Österreich. Seit 2005 lebt sie in Österreich und gründete 2009 in Wien ihre eigene Werbeagentur, aus der später das Magazin entstand. Mit viel Engagement setzt sie sich dafür ein, kulturelle Verbindungen zwischen Österreich und der lateinamerikanischen Community zu stärken und den interkulturellen Austausch zu fördern.

 

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