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Montag, 26 Oktober 2015 19:01

Mexikanischer Brauch “Día de los Muertos”: Wien kleidet sich im festlichen Stil der Catrinas

Von Laura Garrido / Übersetzung: Michael Puchner

Tausende von Touristen fahren ausschließlich wegen dieses bunten und emotionalen Festes nach Mexiko. Auch in Wien kann man die Tradition in vollen Zügen genießen ohne dorthin fahren zu müssen.

Wenn es eine Tradition der lateinamerikanischen Kultur gibt, die es geschafft hat, repräsentativ und einzigartig zu sein, dann ist das zweifelsohne die mexikanische Feier des Día de los Muertos, wegen seiner Eigenheiten, seiner uralten Wurzeln und seiner reichen Symbolik.

Eine Zeremonie, die auf die präkolumbianische Ära zurückgeht und mehr als 3000 Jahre Kultur in sich birgt. In der mesoamerikanischen Tradition, aus deren Zeit sie stammt, gab es Dutzende von Festivitäten, die den Toten gewidmet waren. Nach der Ankunft der Spanier änderte sich dies. „Es wurde über 2 Monate gefeiert, 20 Tage jeweils. Der erste Monat galt den Kindern, der zweite den Erwachsenen“, erklärt Gitty Rattay, eine österreichische Anthropologin, die auf Ethnomedizin spezialisiert ist. Sie lebte 8 Jahre in Mexiko und veranstaltet seit 2008 eine der zwei wichtigsten Veranstaltungen zum Día de los Muertos in Wien.

Aus seinen Ursprüngen behält es sich eine reiche Symbolik und den positiven Charakter beim Gedenken an die Toten. Das hat auch in anderen Ländern für Aufsehen gesorgt.

Aufgrund dieses Reichtums und der Einzigartigkeit erklärte die UNESCO 2008 diese Feierlichkeiten zum Weltkulturerbe, da es „eine der wichtigsten Belege des lebenden Patrimoniums Mexikos und der Welt ist, sowie eine der ältesten, kulturellen Ausdrucksformen von höherer Gewalt unter den indigenen Gruppen im Land ist“.

Altar dedicado a los seres queridos que se han ido.

Jedes Jahr kehren das Brot des Toten und die Calaveritas (typische Süßspeise dieser Feier), die vorwiegend gelben Blumen, wie die Cempasúchitl, die daran erinnern, dass der Verstorbene einen Platz im Jenseits hat und natürlich die Altare zurück nach Mexiko.
Und auch mit einem herzlichen Willkommen in Wien. „Eine Veranstaltung, die eine globale und universelle Nachricht hat, die der ganzen Welt etwas gibt“, so Rafael Donnadio, ein Mexikaner in Wien, der seit vor fast zwei Jahrzehnten entschied, dass auch Wien seinen Altar am Día de los Muertos bräuchte.                                                                                                                                                                                                                                               

Sowohl dieser Mexikaner und Kenner der lateinamerikanischen Kultur und unermüdlicher Promoter derselben in Österreich, als auch Gitti, die sich dazu entschied, aus Mexiko zurück zu kommen und die dort erlebten Erfahrungen hier bekannt zu machen (sie veranstaltet Rituale und Seminare und organisiert Seminare) sind die Impulsgeber und Verantwortlichen dafür, dass auch Wien seinen Día de los Muertos feiert. Zwei unterschiedliche Veranstaltungen, von denen keine weniger ansprechend ist.

Symbolik der Feier “Día de los Muertos”

La catrina: “La dama de la muerte” ist die mexikanische Vorstellung vom Tod. La Catrina wurde von mexikanischen Künstlern erschaffen, um eine metaphorische Repräsentation der besseren Klassen Mexikos zu gewährleisten. Diese war vor der mexikanischen Revolution vorherrschend. La Catrina, mit ihrer übermütigen, sympathischen und koketten Art lädt dazu ein, jeden Moment zu leben und von Tag zu Tag lernt man mehr, den Sinn des Lebens zu finden. Nicht nur Frauen, sondern auch Männer lassen sich das Gesicht wie ein Catrín anmalen. 

El Pan de muerto: Das ist ein Stück Brot, das in verschiedenen Formen gebacken wird. Es handelt sich um einfache Formen, rund oder in Schädelform, geschmückt mit Figuren gemacht aus Formen für Knochen. Das Ganze wird mit Zucker bestreut.

Ofrenda y la visita de las almas: es gibt den Glauben, dass die Seelen der Kinder am 1. November und jene der Erwachsenen am 2. November zurückkehren. Daher stellt man in den Wohnungen Altare mit Opfern bereit; wie Essen, Süßigkeiten, Brot, Wasser, Mezcal, Tequila, Pulque oder Atole, Zigaretten, Fotos, Kerzen und sonstiges.

Flores – Blumen: Angehörige des Verstorbenen putzen und schmücken die Grabstätte mit bunten Blumen. Rosen, Sonnenblumen, u.a. aber vor allem Cempaxóchitl. Von dieser Blume glaubt man, dass sie die Seelen der Verstorbenen wieder bringt.

Die Farbe Gelb: Die Farbe des Todes des prähispanischen Mexikos war Gelb. Deshalb wird die Blume Cempasúchil traditionell für die Opferzeremonien des Día de Muertos verwendet.

Azucar roja – Roter Zucker: Der rötlich pigmentierte Zucker, den man auch für das Pan de Muerto benötigt, geht auf eine Idee der spanischen Kolonialherren zurück. Sie wollten damit die Indigenen symbolisch umstimmen und sie davon abbringen, Menschen für ihre Götter zu opfern.

Letzte Änderung am Freitag, 10 Februar 2023 15:10

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