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Dienstag, 14 April 2026 10:02

Mery Cabezuelo startet das Vienna Spanish Film Festival in Wien

Von María Andrea Múñoz/Redaktion
Mery Cabezuelo, Gründerin und Direktorin des Vienna Spanish Film Festival. Foto: Ivett Ángeles Litano

Wien wird vom 23. bis 26. April 2026 die erste Ausgabe des Vienna Spanish Film Festival (VieSFF) ausrichten, ein neues Event, das sich als Plattform für spanisches und lateinamerikanisches Kino in Mitteleuropa etablieren möchte. Hinter dem Projekt steht Mery Cabezuelo, eine spanische Schauspielerin und Produzentin, die zwischen Madrid, den USA und Wien lebt und diese Initiative mit dem Ziel vorantreibt, das spanischsprachige Kino dem Wiener Publikum näherzubringen.

Wie entstand die Idee für das Festival?

Cabezuelo erklärt, dass sie aus einer persönlichen Motivation heraus entstanden ist: „Ich fand es eine gute Idee, dieses Konzept hierher zu bringen und ihm meine eigene Note zu geben, weil ich aus Spanien komme.“ Nachdem sie festgestellt hatte, dass es in Wien kein Festival mit Fokus auf spanisches Kino gibt, entschloss sie sich, das Projekt umzusetzen. „Als ich davon erzählt habe, bekam ich sehr positives Feedback – das hat mich ermutigt, es wirklich zu realisieren“, sagt sie.

Das Festival findet von Donnerstag bis Sonntag statt und umfasst zwei zentrale Höhepunkte: die Eröffnungsgala mit Red Carpet und Photocall am 23. April um 19:00 Uhr im Gartenbaukino sowie die Abschlussveranstaltung. Bei der Eröffnung wird der Ehrenpreis an Antonio de la Torre verliehen, den meistnominierten Schauspieler der Premios Goya, der in der Branche hohes Ansehen genießt.

Im Anschluss an die Gala wird der Film „La Cena“ gezeigt, gefolgt von einem Gespräch mit dem Filmteam. Cabezuelo betont, dass eines der Ziele darin besteht, die Art und Weise, wie Kino in Spanien erlebt wird, nach Wien zu bringen: „Wir wollen dieses Konzept von rotem Teppich, Photocall und Glamour, wie man es von Premieren kennt, hierher holen.“

Die Gala wird auf Spanisch und Englisch moderiert – von einer Schauspielerin sowie dem Moderator Luis Larrodera.

Mery Cabezuelo, fundadora y directora del
Mery Cabezuelo, Schauspielerin und Gründerin des Vienna Spanish Film Festival, in Wien. Foto: Ivett Ángeles Litano.

Was bietet das Programm?

Von Freitag bis Sonntag konzentrieren sich die Vorführungen hauptsächlich auf das Artis International Kino und das Urania Kino. Begleitet werden sie in der Regel von Gästen der jeweiligen Filme, Schauspielerinnen, Regisseurinnen oder Produzent:innen, sowie von Fragerunden mit dem Publikum.

Außerdem wird das Festival von Darsteller:innen begleitet, die mit der Serie La Casa de Papel (Haus des Geldes) verbunden sind; einige Namen sind bereits bestätigt, weitere werden noch bekannt gegeben.

Lateinamerikanisches Fenster und Community

Einer der Schwerpunkte des Festivals ist die Sektion „Ventana Latina“, die drei Produktionen aus Chile, Kolumbien und Ecuador präsentiert, allesamt Filme, die bereits auf internationalen Festivals gezeigt wurden.

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Mery Cabezuelo, Schauspielerin und Produzentin sowie Gründerin des „Vienna Spanish Film Festival“. Foto: Ivett Ángeles Litano.

Obwohl es in dieser Ausgabe aus Budgetgründen nicht möglich war, lateinamerikanische Gäste einzuladen, wird es dennoch Kooperationen mit Botschaften und lokalen Communities geben. In einigen Fällen werden die Vorführungen von kulturellen Aktivitäten begleitet, etwa Lesungen oder Begegnungen.

„Das Ziel ist, dass sich jede Community einbezogen fühlt“, erklärt Mery Cabezuelo, die betont, dass dafür sogar eigene Rabattcodes für einzelne Communities entwickelt wurden.

Industrie und Rahmenprogramm

Das Programm umfasst zudem ein Branchentreffen im Wiener Rathaus, um die spanische und österreichische Filmindustrie miteinander zu vernetzen. Darüber hinaus sind begleitende Aktivitäten wie Gespräche geplant – unter anderem mit Enrique Arce – sowie gesellschaftliche Events im Rahmen des Festivals, die Networking und Austausch fördern sollen.

Kultur, Community und Kino

Für Cabezuelo verfolgt das Festival eine doppelte Mission: Einerseits soll das spanische und lateinamerikanische Kino dem österreichischen Publikum nähergebracht werden, andererseits soll ein Treffpunkt für die spanischsprachige Community in Wien entstehen. „Das Kino ist ein Anlass, um zusammenzukommen; für Menschen, die Sprache und Kultur teilen und sich begegnen möchten“, so ihr Fazit.

Mery Cabezuelo, fundadora y directora del
Mery Cabezuelo, Gründerin und Leiterin des „Vienna Spanish Film Festival“. Foto: Ivett Ángeles Litano.
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Mery Cabezuelo, die zwischen Madrid, den USA und Wien lebt, leitet das Vienna Spanish Film Festival. Foto: Ivett Ángeles Litano.

Das Programm umfasst auch Filme mit gesellschaftlichem Inhalt. Einige behandeln aktuelle Themen wie den Zugang zu Wohnraum in Spanien, andere sind in historischen Kontexten wie der Zeit des Franquismus angesiedelt. „Letztlich spiegelt das Kino die Themen wider, die die Gesellschaft bewegen“, erklärt Mery Cabezuelo.

Blick in die Zukunft

Für kommende Ausgaben plant die Direktorin, die Dauer des Festivals zu verlängern, die lateinamerikanische Präsenz zu stärken und – wenn möglich – internationale Gäste einzuladen. Cabezuelo räumt ein, dass diese erste Ausgabe von einer Mischung aus Begeisterung und Nervosität geprägt ist:

„Es ist ein sehr großes Projekt, und wie bei jeder Produktion treten unvorhergesehene Dinge auf – aber wir setzen es Schritt für Schritt um.“

Sie ist in alle Bereiche der Organisation stark eingebunden und hebt besonders die Arbeit ihres Teams hervor, das sie als „wunderbar“ beschreibt.

Die Tickets sind bereits auf der offiziellen Website des Festivals erhältlich. Alle Vorführungen finden in der spanischen Originalfassung statt, mit Untertiteln auf Deutsch oder Englisch.
Die Vorführungen finden im Gartenbaukino, im Urania Kino und im Artis International Kino statt.

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Vienna Spanish Film Festival
www.viennaspanishfilmfestival.com

 

Letzte Änderung am Sonntag, 19 April 2026 18:28
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